Abwintern am 06.05.2007
Abwintern 2007 oder das Geheimnis der verschwundenen Kühe
Am Sonntag, den 06. Mai 2007, trafen sich um 9:30 Uhr vor dem Feuerwehrhaus in Vollmarshausen 13 Kinder und die dazugehörigen 38 Erwachsenen. Roswitha und Hartmut Linke hatten einen erlebnisreichen Tag in Frankershausen vorbereitet.
Dort führte uns Dipl.-Biologin Carola Hotze durch Wachholderheide und Karstlandschaft zu den Hie- und Kripplöchern..
Die Wachholderheide ist ein Naturschutzgebiet und das Betreten deshalb strengstens untersagt. „No risk, no fun“, mit dieser Ansage führte uns Scout Fr. Hotze über gefährliche Pfade. Zur eigenen Sicherheit wurde vorher die Teilnehmerzahl überprüft; sicher ist sicher und bei einer „normalen Verlustquote“ von höchstens 10% auch sinnvoll.
Dort sahen wir auf den bizarren Dolomitzinnen und Felsen, die nur spärlich mit Magerrasen bedeckt waren, blühende Orchideen, Seidelbast, das Dreizähnige Knabenkraut und einen „ferngesteuerten“ Schwalbenschwanz. Auch wurden einige Eidechsen von erfahrenen kleinen Vollmarshäuser Biologinnen entdeckt. Am Dachsbau sahen wir leider nur ein sehr flaches Exemplar dieses doch ansonsten recht kräftigen Tieres. Dieses war so platt, dass es im Rucksack des Scouts Platz hatte. Auch konnte die Frage nicht geklärt werden, ob in einer Felsspalte eine Linde den Fels oder der Fels den Baum stützt.
Weiter ging es in teilweise Schwindel erregender Höhe und auf nur schmalen Pfaden zum Kuhloch. Eine wahre Überlieferung erzählt, dass dort 1958 einem Bauern bei der Klee-Ernte nach und nach seine beiden Kühe in ein etwa 30 m tiefes Loch gestürzt sind. Frau Hotze hat mir später versichert, dass die beiden Tiere sofort tot waren. Jahre später tauchten neben dem Loch die beiden Schädel der Kühe wieder auf. Wie sie dort hinkamen, verrate ich hier an dieser Stelle nicht, denn solch spannende Geschichten erfährt man immer nur dann, wenn man an den Veranstaltungen der Vollmarshäuser Wintersportler teilnimmt.
Heute, 60 Jahre später, wachsen aus dem Kuhloch schon stattliche Laubbäume. Das Betreten des Kraterbereiches ist jedoch strengstens verboten. Es soll ja nicht noch so ein leichtsinniger Ochse reinfallen!!
Nach 5km Wanderung über die Höhenzüge, mit traumhaften Panoramablicken über die erwachende Natur bis hin zum „Hohen Meißner“ sah unser Wanderfreund Robert gerade noch, wie sich der Winter in der Ferne aus dem Staub machte. Na ja, in dieser Saison hat er uns Wintersportlern ja keine echte Freude bereitet.
Trotzdem hat der Mundschenk des Tages, Erhard, dies zum Anlass genommen, den Abschied vom Winter nach alter Wintersporttradition zu begießen. Nur noch ein Kilometer in der prallen Mittagssonne über Stock und Stein trennte uns von der Mittagsrast im Gasthaus Schindewolf. Hier ließen wir den Nachmittag bei herrlich kühlen Getränken und in tiefer Dankbarkeit, dass doch alle vollzählig angekommen sind, bis zur gemeinsamen Heimfahrt ausklingen. Noch während des Heimweges wurde schon über das nächste Ziel zum Anwintern nachgedacht. Ich jedenfalls freue mich schon heute darauf. Unter dem Motto “Bei Wintersport geht die Langeweile fort“ wünsche ich allen bis dahin eine schöne Zeit.
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dem Organisationsteam für den wunderschönen Tag und die Lehrstunden in Biologie und Geologie.
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