Tauplitzalm 2007

Freie Sport- und Kulturgemeinde e. V.
Vollmarshausen
Abteilung Wintersport

Wintersportler zum 10. Mal geistreich auf der Tauplitzalm

Als Ostern 1998 die Wintersportler der FSK-Vollmarshausen zur ersten Skifreizeit auf die Tauplitzalm gefahren sind, hat niemand erahnt, welch tragende Säule diese Freizeit im Vereinsleben der Wintersportabteilung werden würde. Zahlreich waren die Stimmen, denen das Pistenangebot nicht vielfältig genug, die Unterkunft zu bescheiden, das Essen zu schlecht und das Skigebiet nicht mondän genug war.
Daran, dass trotz dieser damals nicht gerade ermutigenden Vorzeichen, die Tauplitzalmfreizeit heute aus dem Vereinsleben der Wintersportabteilung nicht mehr wegzudenkenden ist, hat einer ganz besonders grossen Anteil. Das ist der besondere Geist in der Gemeinschaft der Tauplitzalmfahrer, der Geist, der die Gruppe formt und beseelt, der die Freizeit jedes Jahr wieder zu einem einzigartig tollen Erlebnis werden lässt - wir kennen ihn seit Jahren unter dem Namen "Der Geist der Tauplitzalm".
So war es dann auch am späten Freitagabend des 30. März 2007. Zum 10. Mal startete ein Bus der Wintersportabteilung in Vollmarshausen mit dem Fahrziel in der Steiermark. 49 Skifahrer und Snowboarder haben den Bus wiederum bis auf den letzten Platz besetzt. Trotzdem hegten alle die Hoffnung, dass auch 2007 "der Geist der Tauplitzalm", der sich beim Festzug des Dorffestes 2006 in Vollmarshausen erstmalig in Gestalt gezeigt hat, seinen Platz im Bus finden würde.
Und siehe da, schon bei bei der Abfahrt zeigte er sich. Er sorgte dafür, dass in aller Gelassenheit und doch in Windeseile der Bus mit dem Gepäck der Teilnehmer, deren Skiausrüstungen und Snow-Boards sowie reichlich Stangen, einer Bohrmaschine und vielen weiteren Ausrüstungsgegenständen beladen wurde. Nach ruhiger Nachtfahrt, ohne Staus und Behinderungen, erreichte der Bus am nächsten Vormittag mit Geist an Bord die Tauplitzalm.
Das Verladen des Gepäcks auf die Anhänger der Skidoos und das Entladen am Hotel sind Routine, sowohl für die "Menschenkette" der Wintersportler als auch für den Geist, der wie immer, auch auf das Funktionieren der Kette und die Unversehrtheit aller, eingeschlossen der zerbrechlichsten Gepäckstücke, achtete.
Bereits am späten Vormittag des Ankunftstages wagten sich die ersten Skifahrer und Boarder auf die Pisten und genossen mehr als nur einen kleinen Vorgeschmack auf die vor ihnen liegenden 8 Ski- und Snowboardtage. Jedoch schon am Samstagnachmittag mahnte der Geist der Tauplitzalm mit einer deutlichen Geste die Teilnehmer der Freizeit zu besonnener Fahrweise. Einen besonders ungestümen und übermütigen Skifahrer, der in Schussfahrt vom Schneiderkogel hinunter zu Tal jagte, ließ er kurzerhand hinter einer Kante über den Pistenrand hinausschiessen und sich mit einem spektakulären Sturz seiner gesamten Ausrüstung entledigen. Dank des Geistes und des Skihelmes endete der Flug ins "Dicke" glimpflich. Eingedenk dieses Fingerzeigs zu Beginn der Freizeit trugen die meisten, sowohl die kleinen als auch die grossen Ski- und Snowboardfahrer, bei der Ausübung ihres Sports nun stets einen Helm und passten ihre Fahrweise überwiegend verantwortungsbewusst ihrem Können und der Geschwindigkeit des Geistes, wenn er in seiner Funktion als Schutzengel unterwegs war, an.
Eine Woche lang konnten wir bei überwiegend sonnigem Wetter wunderbare Pisten, anspruchsvolles Gelände und schwierige Buckelpisten unter die Bretter nehmen. Der morgens meist noch hart gefrorene Schnee firnte mit Hilfe der Sonne auf und war dann mit Hochgenuss zu befahren. Mittags und nachmittags wurde es zwar weicher, aber nur selten sulzig.
Abgesehen von einigen kleineren Blessuren konnte die Freude am Wintersport auf einem oder zwei Brettern auch bei der 10. Tauplitzalmfreizeit ohne grössere Verletzungen genossen werden.
Zur guten Tradition bei der Tauplitzalmfreizeit gehören neben diesen wintersportlichen Aktivitäten traditionell auch die Schneeschuhwanderungen durch den Tiefschnee und die unberührten Gegenden der Alm. Eine Schneeschuhwanderung der Kinder und Erwachsenen führte über den zugefrorenen Großsee und durch steiles Gelände bis an die Kante zum Nachbartal und, nach einer abenteuerlichen Rutschfahrt auf dem Hosenboden, am Fuße des in der Nachmittagssonne strahlenden Traweng entlang bis zum Linzer Haus. Zur Belohnung für die Anstrengungen der Schneeschuhwanderung gab es, weit weg von den Pisten, die Stille der unberührten Winterlandschaft und einzigartige Ausblicke auf die Alm zu genießen. In den Felsen des Traweng waren die atemberaubenden Kletterkünste der Gämsen aus der Nähe zu bestaunen.

03152259 (Medium)02An einem anderen Tag tauschten Jugendliche und Erwachsene ihr Sportgerät gegen Schneeschuhe und wanderten unter der Führung von Hauswirt Stefan zunächst über die winterliche Alm, nicht ohne ebenfalls die eine oder andere Rutschpartie auf der Kehrseite oder dem Bauch zu wagen, ins Tal, wo sie auf Stefans elterlichem Hof mit einer Brotzeit in der warmen Frühlingssonne erwartet wurden.

Überhaupt war das Interesse auch anderen als den üblichen sportlichen Aktivitäten hoch. Die vereinseigenen Snowblades20070408 Tauplitz 029 (Medium)02 wurden wieder rege genutzt, die wunderbaren Loipen mit Langlaufski und das Gelände mit Tourenski erkundet.
Zum Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer dieser Freizeit im Alter zwischen 4 und 65 Jahren trugen auch bei der 10. Fahrt gemeinsame Spiele in Gruppen und das allabendliche Ritual vor dem Abendessen, möglichst viele Menschen im Raum eines Zimmers zusammen zu pferchen, bei.
Bei Letzterem werden gern ein oder zwei Aperitif genommen sowie alte und neue Tauplitzlieder zum Vortrage gebracht. In Insider-Kreisen lautet die Umschreibung dieses Vorganges: "Man gibt sich die Ehre".


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Mit einem besonderen Schmankerl als Dankeschön zur 10. Tauplitzalmfreizeit überraschten Conny und Stephan vom Steirerhof die Wintersportler nach dem Skifahren am Sonntag. Einen ganzen Abend, vom Aprés Ski bis in die Nacht gab es, zünftig und unplugged, Live-Musik mit den "3 Oststeirern" aus Graz.
Aber auch "der Geist der Tauplitzalm" hatte sich für dieses kleine Jubiläum etwas besonders einfallen lassen. Eines Abends, kurz nach dem Essen, erloschen die Lichter im Speisesaal und erstmalig nahm "der Geist der Tauplitzalm" mitten zwischen den Wintersportlern Gestalt an. Leidenschaftlich und geistreich erzählte er, welchen Mühen und Anstrengungen er sich in den vergangenen 10 Jahren ausgesetzt sah, um diese Freizeit zu dem werden zu lassen, was sie mittlerweile ist - jedes Jahr ein unverzichtbarer Höhepunkt im Vereinsleben der Wintersportabteilung.
Wir erfuhren dabei, dass es ein Geist nicht einfach mit uns hat. Schon das Wetter machen ist diffizil. Wenn er es für die Einen schneien ließ, maulten die Anderen, weil sie kein Terrassenbier bekamen und den Dachstein nicht sehen konnten. Gab es viel Schnee, blieb der Bus stecken, gab es weniger Schnee, kriegten alle 'nen Drehwurm, weil sie ständig auf den selben Pisten unterwegs waren. Zum Aufpassen war und ist er am besten auf allen Pisten der Alm gleichzeitig präsent und hat ganz nebenbei noch ein Auge auf den Hexenkessel, damit dort alle Sprünge gestanden werden und sich die alten Säcke, wenn sie der Übermut packt, nicht noch das Genick brechen.
Liebevoll und mit einem Augenzwinkern hat der Geist auch die aufs Korn genommen, die sich in all den Jahren mit menschlichen Kräften um das Gelingen der Freizeit bemühen. Das sind die Skilehrer, die seit dem ersten Tauplitzalmaufenthalt den Nachwuchs im richtigen Umgang mit dem Sportgerät unterrichten, das ist die Vorturnerin der Aufwärmgymnastik, die dafür sorgt, dass keiner unvorbereitet auf die Piste geht, das sind die Damen des olympischen Komitees, denen es immer wieder mit eiserner Strenge gelingt, den wilden Haufen Wintersportler in den Griff zu bekommen.
Selbst für die Erkenntnis der Gruppe, dass Snowboarder nicht für Tierversuche eingefangen und verkauft werden dürfen, sondern dass die Mädels und Jungs mitsamt dem Boarderkönig mittlerweile eine unverzichtbare Bereicherung der Wintersportabteilung sind, zeichnet der Geist verantwortlich.
Entsprechend selbstbewusst zeigten die Snowbaorder dann auch beim Abschlusswettkampf in einem eigenen "Contest" mit beeindruckenden Sprüngen wie "Shifty", "Nose-grab", "Roast-Beef" oder "One-Eighty" in Pflicht und Kür ihr Können, während sich die Skifahrer beim traditionellen Abschlussrennen, einem Riesenslalom in zwei Durchgängen, maßen. (Ergebnisse zum Download: Rennen Tauplitz 2007.1, Rennen Tauplitz 2007.2

IMG_6626 (Medium)02Obwohl wir schon immer geahnt haben, dass der Geist, wenn er uns nicht zu betreuen hat, irgendwo zwischen den Latschenkiefern auf dem Schneiderkogel wohnt, waren diejenigen, die zum Sonnenaufgang des letzten Skitages den Gipfel des Hausberges bestiegen haben, überrascht und erschrocken zugleich, als er sich morgens um halb sieben nochmals mit leisem Heulen und schaurigem Kettenrasseln den Gipfelstürmern zeigte. "Der Geist der Tauplitzalm" hat es sich nicht nehmen lassen, ein Geburtstagskind auf dem Schneiderkogel persönlich zu begrüßen und ihm zu gratulieren.

Von den Wintersportlern der FSK hat er sich danach bis zum 20. März 2008 verabschiedet, wenn er uns zur 11. Tauplitzalm-Freizeit hoffentlich wieder in Vollmarshausen abholen und vom 21. bis 29. März 2008 zum Gelingen der nächsten Freizeit beitragen wird.

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