Skifreizeit auf der Tauplitzalm vom 21.03.08 – 29.03.08
Der Geist in Nöten
Oh ja, er wurde heuer übel gezaust, der gute Geist der Tauplitzalm. Er musste sich mächtig ins Zeug legen, um allen Wintersportlern wieder eine erlebnisreiche Woche in ihrer zweiten Heimat zu bescheren.
Eine gebrochene Schneekette, die unseren Aufstieg fast verhindert hätte, hat er mit Hilfe einheimischer Kettenprofis ersetzt.
Der erste bedeutsame Knochenbruch unserer bisher (fast) frakturfreien Ferien ging ihm aber durch die Lappen. Ausgerechnet unser jüngster Sportsfreund Johannes brach sich leider ein Schienbein. Glück im Unglück: es braucht nicht operiert zu werden. Gute Besserung, Johannes.
Aber es ging ja nicht alles schief. Dauerschneefall sorgte für makellose Tiefschneeverhältnisse mit sahneweichen Abfahrten auf den Pisten, staubendem Pulverschnee im Gelände und abenteuerlichen Geländetouren im Wald, wo alle begeisterten Boarder und Schiläufer „die Route“ suchten . Jeder, der sich in den Wald wagte, fand irgendeinen Weg, jeder kam auch an der Mittelstation an, aber der Weg war ein schwerer, und jeder beschreib ihn anders. Die wagemutigsten unter uns stürzten sich sogar in die Krallerseeroute, deren Steilheit noch jedem bekannt ist, der je mit dem alten Schlepplift zum Lawinenstein fuhr.
Wen stört es, dass der Dachstein eine Legende blieb, das Terrassenbier ungetrunken blieb und der Grimming nur ganz selten zu sehen war? Es gab soviel Schnee, dass sich sogar ergraute Tauplitzfahrer erstaunt die Augen rieben.
Olympia? Natürlich! Als neue olympische Disziplin wurde das Intonieren von Schlachtengesängen zugelassen. Aber auch megaphonverstärkte Schmähgesänge konnten nicht verhindern, dass die unheimlichen, urwaldähnlichen und bedrohlichen Trommeln des Stammes Vier die übrigen Stämme das Fürchten lehrten.
Möderspiel? Aber Ja doch! Manch pfiffiger Meuchler konnte 2 oder sogar 3 Tage unerkannt sein Handwerk treiben.
Lebensfreude? Ein Diskobesuch ließ die Alm in ihren Grundmauern wackeln. Nicht nur erfahrene Teenager, sondern auch gichtige Graubärte vergaßen ihre Zipperlein (ich hab „Rücken“) und rockten, was die Bandscheibe hielt.
Alles das sind leichte Übungen für den Geist. Bei diesen Aktionen wird Begeisterung gratis mitgeliefert.
Aber es hingen drohende Wolken über diesem Glück, die dem Geist, und allen, die ihm nahe stehen, mächtig auf dem Gemüt lagen. Vor einem halben Jahr trennten sich unsere Gastgeber und bei unserer Ankunft war das Hotel verkauft. Das schreibt sich in einem Satz, bedeutet aber nicht nur für die beiden, sondern auch für uns einen schweren Schlag. Der „Steirer Hof“ war für uns damit als Unterkunft über das Osterfest gestrichen. Was „der Neue“ plant wissen wir nicht. In diesem Moment brauchte der Geist gute Mitarbeiter. Und er hat sie. Oh ja, er hat sie. Heute wissen alle, die dabei waren, dass die Freizeit über Ostern gerettet ist. Ein beherzter Kopf fragte herum, klopfte an, sprach vor und im Nu war unsere Freizeit über Ostern in trockenen Tüchern. Im Naturfreundehaus wird alles etwas spartanischer sein, aber wer die beiden Herbergseltern bei unserer Antrittsvisite erlebt hat, der weiß, dass wir da gut aufgehoben sind. So sind die dunklen Wolken abgezogen und es hat sich wieder gezeigt: jeder braucht einen Guten Geist, und ein Guter Geist braucht gute Mitarbeiter. Bis zum nächsten Jahr.
Ergebnislisten: Damen Herren weibliche Jugend männliche Jugend Kinder Gesamt Boarder
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